3 Situationen, in denen du eine Geschäftsadresse brauchst

Situationen, in denen du als Selbstständiger und Unternehmer eine Geschäftsadresse brauchst

Endlich ist es soweit: Du startest dein eigenes Unternehmen. Mit dem Start in die Selbstständigkeit verbindet man ganz automatisch ein Büro. Doch insbesondere als Neuunternehmer oder Gründer ist das Budget begrenzt. Ein eigenes Büro zu unterhalten ist erstmal ein Kostenfaktor, der auch gerade am Anfang gar nicht notwendig ist.

Die meisten Gründungen starten zuhause und oftmals kann die hauptsächliche Tätigkeit aus dem Homeoffice heraus erfolgen.

Allerdings gibt es dennoch Situationen, in denen es sinnvoll und oftmals auch notwendig ist, eine Geschäftsadresse vorzuweisen. Diese ist klassischerweise gleichzusetzen mit der Büroadresse.

Wenn du wissen möchtest, ob und wann eine Geschäftsadresse für dein Unternehmen oder deine Selbstständigkeit Sinn macht, lies aufmerksam weiter!

Private Adresse im Impressum: Willst du das?

Jeder, der eine Website betreibt, ist verpflichtet im Impressum eine sog. ladungsfähige Adresse anzugeben. Das bedeutet, dass an diese Adresse eine Postzustellung möglich sein muss. Ein Postfach ist hierzu nicht ausreichend.

Daher nehmen viele Gründer und Neuunternehmer zunächst ihre private Adresse. Doch du mussst dir dabei bewusst machen, dass du damit preisgibst, wo du wohnst und das jeder relativ leicht herausfinden kann.

 Wenn das für dich kein Problem darstellt, ist alles super. Doch wenn dir dabei etwas unwohl ist, solltest du nach Alternativen ausschauhalten. Du musst nicht sofort eigene Büroräume anmieten, nur um deine Adresse im Impressum anzugeben. Eine smarte und kostengünstigere Alternative ist zum Beispiel, sich eine Geschäftsadresse zu mieten.

Situation 1 - Dein Kunde steht unangekündigt vor deiner Haustür

Das ist eine absolute Horror-Vorstellung! Stell dir vor, du stehst gerade gemütlich im Bademantel mit einer Tasse Kaffee in der Küche und plötzlich klingelt es: Ein Kunde von dir möchte noch kurz was vorbeibringen…

Deine Privatsphäre ist damit dahin.

Wenn du also gerne Privates vom Beruflichen trennen möchtest, dann bietet es sich für dich an, eine Geschäftsadresse zu mieten. Diese kannst du dann in deinem Impressum sowie bei der Unternehmensanmeldung angeben. Deine Tätigkeit kannst du trotzdem weiterhin aus dem Homeoffice oder komplett remote erledigen. Damit stellst du sicher, dass dich nie unangenehmer Überraschungsbesuch zuhause erwartet.

Situation 2 - Du schätzt einen professionellen Auftritt

Vielleicht hast du auch schon mal bei deinen Geschäftspartnern oder Kunden im Impressum geschaut, welche Adresse angegeben ist. Ein bisschen Neugierde ist ja immer dabei. 😉 Umgekehrt gilt das natürlich auch. Also solltest du dir die Frage stellen, ob es für dich in Ordnung ist, wenn du deine private Adresse preisgibst.

Denn seien wir mal ehrlich: Wenn du ein Unternehmen gründest, wirst du über kurz oder lang auch Kontakt mit Geschäftspartnern haben. Je nachdem in welcher Branche du unterwegs bist, gibt die Geschäftsadresse Aufschluss über das Standing deiner Firma. Das ist auch häufig der Grund, weshalb Unternehmen bewusst sehr repräsentative Geschäfts- bzw. Büroräume anmieten. In dem du dir eine Geschäftsadresse zum Beispiel in einem Coworking-Space wie dem Work Kontor in Ahrensburg mietest, signalisierst du, dass du deine Selbstständigkeit professionell angehst.

Situation 3 - Du hast ein Gewerbe

Ist es nicht für die Geschäftsadresse egal, ob ich beispielsweise eine GmbH gründe oder mich freiberuflich selbstständig machen?

Nein. Denn während Freiberufler ihrer Tätigkeit auch an einer Wohnadresse (also in ihren eigenen Räumlichkeiten nachgehen können), sieht das bei Gewerbeunternehmungen schon anders aus. Klassischerweise denkt man bei Gewerbe immer an große Industriefirmen oder Unternehmen im produzierenden Gewerbe. Aber auch ein Onlineversandhandel ist ein Gewerbe. Die Besonderheit ist hierbei, dass keine Gewerbebetriebe in Wohngebieten erlaubt sind. Das bedeutet für dich, dass du dein Gewerbe weder in der Gewerbeanmeldung auf deine private Wohnadresse anmelden, noch die Adresse im Impressum verwenden kannst.

Wenn du mehr Infos hierzu brauchst, dann lese dir unseren Artikel “Keine Gewerbeanmeldung im Wohngebiet – darauf musst du achten” durch.

Du siehst also: Es gibt verschiedene Gründe, weshalb eine professionelle Geschäftsadresse sinnvoll ist. Einen informativen Artikel zum Thema Geschäftsadresse mieten (insbesondere für Gründer) findest du im Blog von www.gruender.de.

Die meisten Unternehmen schätzen an Geschäftsadressen die Privatssphäre und die Professionalität.

Keine Gewerbeanmeldung im Wohngebiet – darauf musst du achten

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Bildquelle via Pexels.com: Vlada Karpovich

Wusstest du, dass oftmals an deinem Wohnort gar kein Gewerbe angemeldet werden darf? Stelle dir folgende Situation vor: Du gründest gerade deine Firma oder startest dein Online-Business. Als allererstes brauchst du immer eine Adresse, die du z.B. im Impressum deiner Website oder bei der Gewerbeanmeldung angibst. Natürlich nimmst du automatisch deine private Wohnadresse, denn du fängst gerade erst an und hast keine Alternative. Warum eine Gewerbeanmeldung im Wohngebiet zu Problemen führen kann, erfährst du in diesem Beitrag. 

Gewerbeanmeldung im reinen Wohngebiet, allgemeinen Wohngebiet oder Mischgebiet

Ob und unter welchen Voraussetzungen du dein Gewerbe bei dir zuhause ausüben darfst, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Nehmen wir mal ein Beispiel an: Du gründest gerade eine Personen- oder Kapitalgesellschaft, also eine GbR, GmbH oder UG. Damit musst du deine Firma zwangsläufig beim Gewerbeamt anmelden. Dort wirst du nach dem Sitz der Firma gefragt. Gibst du nun mangels Alternativen deine Privatadresse an, kann das schnell zu Problemen führen.

Ein Blick in den Bebauungsplan hilft dabei, herauszufinden, welche Nutzung in der betreffenden Straße erlaubt ist. Unterschieden wird in meherere Gebietsarten. Interessant ist die Einstufung Reines Wohngebiet (RW), Allgemeines Wohngebiet (AW) oder Mischgebiet.

Reine Wohngebiete = Diese Gebiete dienen dem reinen Wohnzweck. Deswegen sind nur Wohngebäude sowie Anlagen zur Kinderbetreuung erlaubt und ein, zwei weitere Ausnahmen – allerdings kein Gewerbe.

Allgemeine Wohngebiete = Auch hier sind hauptsächlich Wohngebäude zulässig, aber auch Läden, Restaurants oder Handwerksbetriebe, die der Vorsorgung des Gebietes dienen. Ausnahmsweise zugelassen werden können Betriebe des Beherbergungsbetriebes, nicht störende Gewerbebetriebe, etc.

Mischgebiete = Hier dürfen neben Wohnanlagen auch explizit Gewerbebetriebe stehen, die das Wohnen nicht wesentlich stören.

Kein Gewerbe im Reinen Wohngebiet und nur ausnahmsweise in Allgemeinen Wohngebieten

In sog. Reinen Wohngebieten sind damit keine Gewerbebetriebe erlaubt. Dabei ist es egal, ob du ein Online-Business führst oder eine GmbH hast. Ganz offiziell darf dein Gewerbe nicht auf eine Adresse angemeldet werden, die in einem reinen Wohngebiet liegt.

Aus dem Nähkästchen geplaudert: Wir haben schon einige Gespräche mit Gewerbetreibenden geführt, die ihre private Wohnadresse auch für die Gewerbeanmeldung genommen haben. Passiert ist seitens der Behörden oft nichts, viel wahrscheinlicher ist es, dass die Nachbarschaft aufmerksam wird und sich z.B. durch vermehrten Besuch von deinen Kunden oder Paketabholungs- bzw. Lieferdiensten gestört fühlt. Daher sei besonders wachsam, wenn du in einem reinen Wohngebiet wohnst und dein Gewerbe hierauf anmelden möchtest, denn eine Gewerbeanmeldung im Wohngebiet geht hier gar nicht.

Etwas anders sieht die Situation aus, wenn du in einem allgemeinen Wohngebiet wohnst. Denn ausnahmsweise kann die Behöre dir eine Ausnahmegenehmigung erteilen, sofern dein Gewerbe ein sog. “nicht störender Gewerbebetrieb” ist. In diesem Kontext fällt häufig der Begriff “stilles Gewerbe” was meint, dass du lediglich ein Büro oder einen Arbeitsplatz hast. Jedenfalls nichts was laut ist und die Nachbarschaft stören könnte. Aber Achtung: Diese Ausnahme kann vom zuständigen Bauamt erteilt werden, muss aber nicht.

Nachlesen kannst du diese Regelungen übrigens in der Baunutzungsverordnung.

Wie finde ich heraus, welches Gebiet bei mir zutrifft?

Die meisten Gemeinden bieten inzwischen die Bebauungspläne online an. So zum Beispiel auch die Stadt Ahrensburg, die einen Großteil der geltenden Bebauungspläne in diesem Portal online einsehbar gemacht hat. Bist du dir unsicher, ist ein kurzer Anruf im örtlichen Bauamt in jedem Fall ratsam.

Gewerbeanmeldung im Wohngbiet: Gilt das auch für Freiberufler und Solo-Selbstständige?

Du bist als Freiberufler unterwegs und hast gar kein Gewerbe angemeldet. Dann kannst du dich ja jetzt entspannt zurücklehnen.

Allerdings trifft auch dich die Pflicht, im Impressum deiner Website eine sog. “ladungsfähige Adresse” anzugeben. Damit sind Postfach-Adresse raus und du musst eine Adresse nehmen, an der du physisch anwesend bist. Zwar hat das jetzt nichts mehr mit Gewerbe und Wohngebieten zu tun, aber ob du deine private Adresse wirklich im Netz sichtbar machen möchtest, obliegt dir.

Wir hoffen, damit etwas Licht ins Dunkle gebacht zu haben. Bitte beachte, dass wir keine Rechtsberatung duchführen und es immer besser ist, sich vorab mit einem Profi auf diesem Gebiet abzustimmen.